Unabhängige Patientenberatung Deutschland folgen
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Barrierefreiheit in der Beratungspraxis

Blog-Eintrag   •   Apr 06, 2017 09:01 CEST

Barrierefreiheit ist für die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) ein wichtiges Thema. Denn die Beratung soll so einfach wie möglich von möglichst vielen Menschen genutzt werden können. Tomasz Tomczyk, Leiter Beratungsstandorte und Gesundheitsnetzwerke der UPD, und Andrea Fabris, Referentin des Bundesverbands Selbsthilfe Körperbehinderter e.V. (BSK) für Gesundheits- und Sozialpolitik, erläutern in unserem aktuellen Blogbeitrag, was Barrierefreiheit bedeutet und wie der BSK die UPD dabei unterstützt.

Manchmal sind es Kleinigkeiten, wie beispielsweise eine fremde nicht beherrschte Sprache, die das Leben im Alltag beschwerlich machen. In diesen Situationen bekommen wir eine Ahnung davon, wie sich das Leben anfühlt, wenn das, was wir im Alltag für selbstverständlich halten, nicht selbstverständlich ist. Umso wichtiger ist es, das Leben für alle Mitmenschen so leicht zugänglich und komplikationsfrei zu gestalten wie nur möglich.

Teilhabe „ohne fremde Hilfe“ als Ziel

Der Gesetzgeber hat als Leitbegriff das Wort Inklusion, also die Teilhabe aller, vorgegeben. Das ist ein großes Ziel. Konkret bedeutet das für Einrichtungen beispielsweise, dass sie „für Menschen mit Behinderungen in der allgemein üblichen Weise, ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe auffindbar, zugänglich und nutzbar sind“, so jedenfalls fordert es das Behindertengleichstellungsgesetz, BGG.

Wie lässt sich eine derartig verstandene Barrierefreiheit verwirklichen?

Für eine Beratung wie die UPD, die sich auf die Fahnen geschrieben hat, allen Menschen in Deutschland zur Seite zu stehen, muss Barrierefreiheit ein besonders wichtiges Ziel sein – und ein Ansporn, immer wieder dazu zu lernen. Barrierefreiheit bewährt sich nämlich nicht in Vorschriften und Regelungen, sondern in der Praxis.

Der BSK will die UPD in diesem Jahr mit praxisorientierten Hinweisen dabei unterstützen, wie den Bedürfnissen von Ratsuchenden mit besonderen Ansprüchen an die Beratung bestmöglich Rechnung getragen werden kann. Andrea Fabris hat sich deshalb in der Geschäftsstelle der UPD in Berlin mit Tomasz Tomczyk getroffen, der bei der UPD nicht nur die UPD-Mobile, sondern auch die 30 festen Vor-Ort-Beratungsstellen verantwortet. Bei dem Termin stand zunächst der Informationsaustausch im Mittelpunkt, wie Tomasz Tomczyk berichtet: „Jeder der Standorte und auch die UPD-Mobile sind heute schon so gestaltet, dass sie für Ratsuchende möglichst barrierefrei zugänglich sind. Praktisch bedeutet das beispielsweise, dass ein Aufzug so breit sein muss, dass darin auch ein Rollstuhlfahrer Platz hat.“ Wo ein Zugang normalerweise über Treppenstufen angelegt ist, muss für den Beratungstermin eine Rampe angebracht werden können. Im Telefonat zur Terminvereinbarung können besondere Anforderungen der Ratsuchenden geklärt werden. Und wenn ein Standort nicht leicht auffindbar ist, weil die UPD sich die Räume beispielsweise mit anderen Einrichtungen teilt? Dann sollte ein Ratsuchender auch das schon vorab erfahren.

Wertvolle Hinweise aus eigener Anschauung erwartet

Wie es um die Barrierefreiheit der Beratungsstellen in der Praxis bestellt ist, will der BSK nun im Alltag in Erfahrung bringen. Er hat dazu einen Fragebogen entwickelt, der von den Mitgliedern in ganz Deutschland als unterstützende Checkliste heran gezogen werden kann. Tomasz Tomczyk freut sich über das Interesse und Engagement der bundesweit wirkenden Selbsthilfevereinigung. Er sagt: „Der BSK mit seinen Mitgliedern kann uns wertvolle Hinweise darauf geben, wie einfach wir es den Ratsuchenden heute schon machen und wo wir uns konkret noch weiter verbessern können.“

Neben den Beratungsstellen wird es in dem von der Aktion Mensch finanziell unterstützten Vorhaben auch darum gehen, das Online-Beratungsangebot der UPD im Hinblick auf Barrierefreiheit zu analysieren. Die wichtigsten Informationen dazu finden sich für Nutzer von www.patientenberatung.de bereits in der Hauptnavigation. Ob Schriftgrad oder Vorlesefunktion: Auch solche Werkzeuge können die Nutzung von Internetauftritten spürbar erleichtern – und dazu beitragen, dass noch mehr Menschen die UPD gewinnbringend für sich und ihre Gesundheit nutzen.