Unabhängige Patientenberatung Deutschland folgen
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Herr Ganschow - Ihr Ansprechpartner für Fragen und Probleme in der Pflege

Blog-Eintrag   •   Mär 02, 2017 16:57 CET

Thomas Ganschow ist Pflegeexperte bei der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland. Erfahren Sie in seinem Blogbeitrag woher er kommt und warum er genau der richtige Ansprechpartner ist, wenn es um Fragen und Probleme in der Pflege geht.


Thomas Ganschow, Pflegeexperte bei der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD)

1.Wie verbringen Sie Ihren Feierabend?

An erster Stelle kümmere ich um meine Familie und unsere Ponys. Beim Kochen und anschließendem Essen entspanne ich, rede mit meinen Mädels über ihren Tag und freue mich aber auch insgeheim schon darauf, mich für eine halbe Stunde mit einem Buch zurückziehen zu können.

2.Sie sagen, Sie kochen gerne. Was kommt bei Ihnen am Abend auf den Tisch?

Ich bin ein chaotischer Hobbykoch. Ich achte stets darauf frisch zu kochen, verwende frische Kräuter und frisches Gemüse, welches sich mit Sahne und Wein fantastisch kombinieren lässt.

3.Was haben Sie gemacht, bevor Sie zur UPD gekommen sind?

Zumeist war ich Pflegedienstleiter in ambulanten Pflegediensten, kümmerte mich um das Qualitätsmanagement aber auch um die adäquate Beratung „meiner Patienten“. Natürlich bin ich viel mit „draußen“ in der Pflege gewesen, um den Bezug zur Realität nicht zu verlieren.

4.Woher kommt ihr Interesse für die Pflege und warum sind Sie genau der richtige Ansprechpartner, wenn es um Ansprüche und Probleme in der Pflege geht?

Mein Leben in der Pflege begann schon mit 11 Jahren, als meine Mutter von der Gemeindeschwester zur Leiterin einer Hauskrankenpflege in den neuen Bundesländern ernannt wurde. Damals ohne Computer und nur mit Papier.1994 (ich war gerade 14 Jahre) kam dann die Pflegeversicherung mit allen Qualitätsforderungen, die man sich vorstellen konnte. Gleichzeitig wurde das Arbeiten am Computer eingeführt. In der Brandenburger Provinz eine Revolution, die es notwendig machte, meiner Mutter und ihren Angestellten den An- und Ausschalter des Computers zu erläutern.

Mit Einführung der Pflegeversicherung musste drei Forderungen ganz besonders nachgekommen werden: Qualität, Qualität, Qualität. Das zog aber leider auch einen hohen Dokumentationsaufwand sowie ein striktes Arbeiten nach Standards mit sich – man hatte teilweise den Eindruck, dass ein individuelles, auf den Patienten gerichtetes Arbeiten in den Hintergrund rückte! Dokumentation und Qualitätssicherung sind sehr wichtig, doch sollte dies nicht zu Lasten der Zeit gehen, die für den pflegebedürftigen Patienten übrig bleibt.

Da ich daran etwas ändern wollte, kam ich in die Pflege, machte nach dem Abitur und der Bundeswehr mein Examen und im Anschluss noch mein Diplom in Betriebswirtschaftslehre. Wie die meisten Kollegen schon wissen, bin ich ein konstruktiver Kritiker - damit konnte ich bisher einiges bewirken und bewegen.

5.Ihr Schwerpunkt bei der UPD liegt unter anderem bei der Pflege.

Welche Probleme gab es seit der neuen Pflegereform und welche Tipps können Sie Ratsuchenden geben?

Die ersten Rechnungen wurden von den Pflegeheimen gestellt und dabei wurde uns durchaus von Überraschungen berichtet! Hier empfehlen wir, Preiserhöhungen der Pflegeheime sehr kritisch zu prüfen! Sind sie im Bereich der pflegerischen Versorgung gestiegen, können sich die Ratsuchenden an ihre Pflegkasse wenden. Denn der sogenannte Besitzstandschutz, der vom Gesetzgeber eingeführt wurde, schützt sie davor, in diesem Bereich schlechter gestellt zu werden.

Es rufen weiterhin viele Ratsuchende an, die mit der Pflege ihrer Angehörigen einfach überlastet sind. Meist wissen sie gar nicht, was ihnen zusteht oder was sie tun können. Hier hilft jeder Pflegestützpunkt sowie die Pflegekasse mit deren Beratungsangeboten. Pflegende können sich beispielsweise durch eine Hauskrankenpflege unterstützen lassen, die je nach Pflegegrad, wie auch nach den Wünschen des Pflegebedürftigen in unterschiedlichen Abständen hilft.

Gesetzlich geregelt ist auch, dass pflegende Angehörige regelmäßig Besuch von Pflegefachkräften bekommen – je nach Pflegegrad in unterschiedlichen Abständen. Diese Beratungseinsätze nach § 37 Abs 3 SGB XI dienen der Qualitätssicherung – d.h., dass bei den Besuchen konkrete Hilfestellung für die Pflege der Angehörigen geleistet werden soll. Was mich dann wirklich ärgert ist, wenn wir in der Patientenberatung von schwarzen Schafen hören, die diesem Beratungsauftrag nicht nachkommen! In besonders krassen Fällen haben wir sogar Berichte gehört, dass sich eine Hauskrankenpflege den Beratungseinsatz direkt an der Haustür hat quittieren lassen, um schnell weiter zu können. Das mögen einzelne Negativbeispiele sein – aber das sollte eigentlich überhaupt nicht passieren! Angehörige sollten hier sensibilisiert sein und nicht dulden, wenn vereinbarte Unterstützungen oder Pflegeleistungen nicht erbracht werden.

Was raten Sie, in einer solchen Situation? Wie sollten Betroffene damit umgehen?

Sprechen Sie die Berater darauf an und haben Sie keine Angst davor, dass diese Ihnen den Pflegegrad in irgendeiner Weise streitig machen könnten. Holen Sie sich ggf. auch weiteren Rat bei der Unabhängigen Patientenberatung, wie Sie weiter vorgehen können. Unterzeichnen Sie vorgelegte Beratungs-Protokolle erst, wenn Sie mit der Beratung zufrieden waren und lassen sich den Durchschlag/die Kopie sofort geben.