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Nahrungsergänzungsmittel für Erkältungsprophylaxe ungeeignet

News   •   Dez 12, 2019 10:15 CET

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Nahrungsergänzungsmittel für Erkältungsprophylaxe ungeeignet

„Seit es wieder kalt und nass ist, leide ich ständig unter Erkältungen. Meine Frau schwört auf Vitamin C und Zink zur Vorbeugung. Ich möchte aber eigentlich nicht noch mehr Tabletten nehmen. Helfen diese Mittel denn wirklich?

Jochen R., Weilheim

Winterzeit ist Erkältungszeit. Der Handel bietet eine Vielzahl von Mitteln gegen Erkältungssymptome und zur Vorbeugung an. Wie Jochen R. fragen sich aber viele Menschen, ob die Anwendung dieser Mittel sinnvoll ist.

Vitamin C verhindert Erkältungen nur bei extremer Belastung

Ob Vitamin C zur Vorbeugung von Erkältungen geeignet ist, wurde umfassend in Studien untersucht. Das Ergebnis: Auch die längerfristige tägliche Einnahme von Vitamin C kann eine Erkältung nicht verhindern. Bei Menschen, die regelmäßig Vitamin C einnehmen, halten die Beschwerden allerdings im Durchschnitt zehn Prozent kürzer an und sind etwas weniger stark. Erkältungen vorbeugen konnte Vitamin C in den Studien nur bei Menschen, die das Vitamin einige Wochen lang vor sehr starken körperlichen Belastungen wie beispielsweise einem Marathonlauf eingenommen haben.

Überdosierung von Zink kann schädlich sein

Möglicherweise trägt auch Zink dazu bei, die Erkältungsdauer etwas zu verkürzen. Ein Nutzen zur Vorbeugung von Erkältungskrankheiten ist jedoch nicht eindeutig durch Studien belegt. Wichtig zu wissen: Zu hohe Einnahmen von Zink können schaden. Unangenehme Folgen einer Überdosierung sind zum Beispiel Bauchschmerzen, Übelkeit, Durchfall und Erbrechen. Auch bei Vitaminen oder Mineralstoffen gibt es eine empfohlene tägliche Verzehrmenge, die nicht überschritten werden sollte.

Wechselwirkungen zwischen Arznei- und Nahrungsergänzungsmitteln beachten

Herr R. weist in seiner Frage aber noch auf einen anderen wichtigen Aspekt hin: Auch wenn Zink und Vitamin C keine Arznei-, sondern Nahrungsergänzungsmittel sind, können sie Wechselwirkungen mit Medikamenten haben. So kann Zink zum Beispiel die Wirksamkeit bestimmter Antibiotika beeinträchtigen. Wer Medikamente einnimmt, sollte mit seinem Arzt oder seiner Ärztin über mögliche Wechselwirkungen sprechen. Auch Apotheken und die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) führen Wechselwirkungsprüfungen durch.

Regelmäßiges Händewaschen schützt vor einer Ansteckung

Die beste Maßnahme gegen Erkältungen ist, sich vor einer Ansteckung zu schützen. Eine einfache und wirksame Methode: Hände waschen. Erkältungsviren verbreiten sich vor allem beim Händeschütteln oder über Gegenstände, die von vielen Menschen berührt werden, wie zum Beispiel Türklinken. Besonders leicht kommt es zu einer Infektion, wenn die Erreger in Mund und Nase geraten. Daher sollten die Hände vom Gesicht ferngehalten werden. Darüber hinaus sollte man vermeiden, mit anderen Menschen aus denselben Gläsern zu trinken, Nase und Mund beim Husten und Niesen bedecken und benutzte Taschentücher direkt in den Mülleimer werfen.

Letztlich gilt: Eine Erkältung ist zwar unangenehm, aber in der Regel harmlos. Sie verschwindet normalerweise von selbst wieder.