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Individuelle Gesundheitsleistungen: Darauf sollten Sie bei IGeL achten

Pressemitteilung   •   Sep 03, 2019 09:57 CEST

GettyImages/Lumi Images/Romulic-Stojcic

„Zahlt das meine Krankenkasse?“ Diese Frage stellen sich viele Patienten, denen in der Arztpraxis eine bestimmte Untersuchung oder Behandlung empfohlen wird. Bei gesetzlich Versicherten übernimmt die Krankenkasse die Kosten für Leistungen, die medizinisch notwendig sind. Möchten Patienten sogenannte Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) in Anspruch nehmen, müssen sie diese in der Regel aus eigener Tasche zahlen.

Hintergrund: Bei IGeL handelt es sich um Untersuchungen oder Behandlungen, die nicht zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen gehören. „Die Kassen zahlen nur für Leistungen, die ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sind“, sagt Heike Morris, juristische Leiterin der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD). IGeL fallen aus unterschiedlichen Gründen nicht in diese Kategorie – zum Beispiel, weil bislang noch nicht ausreichend Belege für den medizinischen Nutzen einer Leistung vorliegen.

Vor- und Nachteile abwägen

Patienten, die eine IGeL in Betracht ziehen, sollten sich zuvor über deren Vor- und Nachteile informieren. „In erster Linie ist es die Pflicht Ihres Arztes, Sie sachlich, umfassend und verständlich über die empfohlene Leistung aufzuklären“, betont Heike Morris. Dabei muss er sowohl über den wissenschaftlich belegten Nutzen als auch über die möglichen Risiken informieren. „Er sollte Ihnen zudem die Gründe nennen können, weshalb er die Leistung in Ihrem individuellen Fall empfiehlt.“ Über die ärztliche Beratung hinaus können neutrale Informationsportale wie beispielsweise der IGeL-Monitor bei der Entscheidung helfen. Unter www.igel-monitor.de finden Sie eine Auflistung ausgewählter Leistungen, deren Nutzen aber auch Schaden anhand wissenschaftlicher Studien analysiert worden sind.

Freie Entscheidung

Ob ein Patient eine ärztlich empfohlene Individuelle Gesundheitsleistung in Anspruch nehmen möchte oder nicht, steht ihm frei. „Auf keinen Fall darf der Arzt Sie zu einer Leistung drängen“, sagt Heike Morris. Ist dies der Fall, können Patienten eine Beschwerde bei der Ärztekammer und / oder der Kassenärztlichen Vereinigung einlegen, in deren Bundesland der Arzt seinen Praxissitz hat. Weitere Informationen erhalten sie bei der UPD unter der kostenfreien Telefonnummer 0800 011 77 22. Gut zu wissen: Patienten, die eine empfohlene Leistung nicht in Anspruch nehmen möchten, müssen sich keine Sorgen machen, dass ihr Arzt sie deswegen nicht weiter betreut. „Er darf Ihnen mit dieser Begründung eine medizinisch notwendige Behandlung nicht verweigern. Sollte dies passieren, informieren Sie die Kassenärztliche Vereinigung, in deren Bundesland Ihr Arzt seinen Praxissitz hat.“ 

Über die Unabhängige Patientenberatung Deutschland, UPD

Die UPD Patientenberatung Deutschland gGmbH (UPD) mit Sitz in Berlin ist eine gemeinnützige Einrichtung. Sie hilft Ratsuchenden, sich im deutschen Gesundheitssystem besser zurechtzufinden und Entscheidungen im Hinblick auf medizinische oder sozialrechtliche Gesundheitsfragenselbstbestimmt, eigenverantwortlich und auf informierter Grundlage zu treffen.

Gut erreichbar, bürgernah, qualifiziert: Das Beratungsangebot der UPD

Die unabhängige, neutrale, kostenfreie und evidenzbasierte Beratung der UPD ist für alle Menschen in Deutschland zugänglich – egal, ob sie gesetzlich, privat oder nicht krankenversichert sind. Ratsuchende können die Patientenberatung unkompliziert und auf vielen Wegen erreichen: per Telefon, Post, Mail, oder Onlineberatung, in den 30 festen Beratungsstellen und an weiteren 100 Standorten in Deutschland, die regelmäßig von einem der drei UPD-Mobile angesteuert werden.

Neben medizinischen Fachteams und Ärzten unterschiedlicher Fachrichtungen gehören auch Juristen und Sozialversicherungsfachangestellte zum UPD-Beraterteam.

Dem gesetzlichen Auftrag (§ 65b des Sozialgesetzbuchs V) entsprechend macht die Patientenberatung über die individuelle Beratung hinaus Politik und Entscheidungsträger auf Fehlentwicklungen im Gesundheitswesen aufmerksam, unterbreitet Lösungsvorschläge aus Patientensicht und stärkt auf diese Weise die Patientenorientierung im Gesundheitswesen.

UPD – Die kostenlose Patientenauskunft für Deutschland im Serviceüberblick

Die telefonische Beratung der UPD steht über – aus allen Netzen, auch Mobilfunk – kostenlose Rufnummern auf Deutsch, Türkisch, Russisch und Arabisch zur Verfügung und ist wie folgt erreichbar: Beratung in deutscher Sprache, Rufnummer: 0800 011 77 22, Zeiten: montags bis freitags von 8.00 bis 22.00 Uhr und samstags von 8.00 bis 18.00 Uhr.

Fremdsprachige Angebote: Beratung Türkisch, Rufnummer: 0800 011 77 23, Zeiten: montags bis samstags von 8.00 bis 18.00 Uhr; Beratung Russisch, Rufnummer: 0800 011 77 24, Zeiten: montags bis samstags von 8.00 bis 18.00 Uhr; Beratung Arabisch, Rufnummer: 0800 332 212 25, Zeiten: dienstags 11.00 bis 13.00 Uhr und donnerstags 17.00 bis 19.00 Uhr.

Der Beratungs-Service vor Ort oder im UPD Beratungsmobil kann nach telefonischer Terminabstimmung genutzt werden, und zwar unter der kostenfreien Telefonnummer 0800 011 77 25 (Zeiten: Mo – Fr 8.00 bis 22.00 Uhr, Sa 8.00 bis 18.00 Uhr)..

Die Adressen der 30 Vor-Ort-Beratungsstellen sowie eine Übersicht über die 100 Städte, in denen das Beratungsmobil Halt macht, stehen unter www.patientenberatung.de.

Weitere Informationen, auch zu Online-Beratungsmöglichkeiten und der App, finden Ratsuchende unter www.patientenberatung.de, Facebook, Twitter oder Vimeo.