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Unabhängige Patientenberatung: Anfragen zu Behandlungsfehlern haben zugenommen

Pressemitteilung   •   Mai 16, 2019 17:00 CEST

Bildquelle: GettyImages-856537878_ChesiireCat

Berlin, 16. Mai – Heute stellte der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) seine Begutachtungsstatistik zu Behandlungsfehlern 2018 vor. Laut Pressemitteilung erstellte der MDK 14.133 fachärztliche Gutachten zu vermuteten Behandlungsfehlern. Zum Thema „Verdacht auf Behandlungsfehler“ hat die UPD im Jahr 2018 insgesamt 5.876 Beratungen durchgeführt. Damit haben die Anfragen zu diesem Themenbereich zugenommen.Ein Anstieg ist vor allem bei Fragen rund um die Folgen eines operativen Eingriffs zu verzeichnen. Insgesamt stellen die Themen Kommunikation, Beweislast und Gutachten für Ratsuchende die größten Probleme bei einem Verdacht auf Behandlungsfehler dar.

Problem Kommunikation

Viele Ratsuchende berichten von mangelnder Kommunikation zwischen Behandelnden und Patienten. Sie beklagen, nicht genügend Informationen zu erhalten. Dies betrifft verschiedene Bereiche, beispielsweise die Aufklärung vor einer Behandlung oder die Information, mit welchen Beschwerden nach einer Operation zu rechnen sind. Offen bleiben aus Patientensicht häufig auch die Fragen, an wen sie sich bei einem Verdacht auf Behandlungsfehler wenden können. „Oft wissen Patienten nicht, wie sie Vermutungen einer falschen Behandlung ansprechen sollen –

oder aber die Ärzte verweigern ein Gespräch darüber. In unseren Beratungen merken wir, dass Betroffene oftmals das Beschwerdemanagement der Klinik oder der Patientenfürsprecher als Ansprechpartner oder deren Aufgaben nicht bekannt sind “, erklärt Thorben Krumwiede, Geschäftsführer der UPD.

Nachfragen empfohlen

Ärzte müssen nicht von sich aus über einen Behandlungsfehler informieren, sondern nur wenn gesundheitliche Gefahren drohen. „Für Ratsuchende ist dieser Umstand nur schwer zu verstehen.“ Deshalb sollte der Patient nachfragen: „In diesem Fall muss der Arzt wahrheitsgemäß Auskunft über einen Behandlungsfehler geben,“ sagt Krumwiede. Patienten sollten sich ihre Fragen vorab notieren und einen bestehenden Verdacht auf einen Behandlungsfehler konkret ansprechen. Auch das Beschwerdemanagement oder der Patientenfürsprecher einer Klinik können behilflich sein und ein Gespräch mit dem Arzt vermitteln.

Schwierig ist auch, dass Patienten den Behandlungsfehler und einen daraus entstandenen Schaden selbst nachweisen müssen. „Die Beweislast ist besonders problematisch. Betroffene müssen als medizinische Laien den Ursachenzusammenhang zwischen Fehler und Schaden beweisen. Da dies ohne ein medizinisches Sachverständigengutachten nur schwer zu erkennen ist und der Arzt in der Regel einen Wissensvorsprung hat, fühlen sich die Patienten häufig ohnmächtig“, erklärt Krumwiede. Um so wichtiger ist es, Ihnen die Möglichkeiten wie z.B. die Möglichkeit der Einholung eines kostenlosen Gutachtens aufzuzeigen.

Aus den Beratungen der Unabhängigen Patientenberatung zu vermuteten Behandlungsfehlern können keine Ableitungen auf die Gesamtbevölkerung oder die Gesamtzahl der Behandlungsfehler in Deutschland gezogen werden können. Die Daten sind nicht repräsentativ.

Wer den Eindruck hat, dass bei einer Behandlung oder Operation etwas nicht richtig verlaufen ist, kann sich kostenfrei vom Team der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD) beraten lassen:

  • Welche Arten von Behandlungsfehlern gibt es?
  • Wie gehe ich bei einem Verdacht, dass etwas schief gelaufen ist am besten vor?
  • Habe ich ein Recht auf die Behandlungsunterlagen?
  • Wie kann mich meine Krankenkasse unterstützen?
  • Wann habe ich Anspruch auf Schadensersatz?
  • Wo kann ich ein kostenloses medizinisches Sachverständigengutachten bekommen?

Ratsuchende erreichen das Team der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD) an 80 Stunden in der Woche kostenfrei unter der Telefonnummer 0800 011 77 22 (montags bis freitags von 8.00 bis 22.00 Uhr und samstags von 8.00 bis 18.00 Uhr). Weitere Informationen und Beratungsangebote: www.patientenberatung.de

Über die Unabhängige Patientenberatung Deutschland, UPD

Die UPD Patientenberatung Deutschland gGmbH (UPD) mit Sitz in Berlin ist eine gemeinnützige Einrichtung. Sie hilft Ratsuchenden, sich im deutschen Gesundheitssystem besser zurechtzufinden und Entscheidungen im Hinblick auf medizinische oder sozialrechtliche Gesundheitsfragenselbstbestimmt, eigenverantwortlich und auf informierter Grundlage zu treffen.

Gut erreichbar, bürgernah, qualifiziert: Das Beratungsangebot der UPD

Die unabhängige, neutrale, kostenfreie und evidenzbasierte Beratung der UPD ist für alle Menschen in Deutschland zugänglich – egal, ob sie gesetzlich, privat oder nicht krankenversichert sind. Ratsuchende können die Patientenberatung unkompliziert und auf vielen Wegen erreichen: per Telefon, Post, Mail, oder Onlineberatung, in den 30 festen Beratungsstellen und an weiteren 100 Standorten in Deutschland, die regelmäßig von einem der drei UPD-Mobile angesteuert werden.

Neben medizinischen Fachteams und Ärzten unterschiedlicher Fachrichtungen gehören auch Juristen und Sozialversicherungsfachangestellte zum UPD-Beraterteam.

Dem gesetzlichen Auftrag (§ 65b des Sozialgesetzbuchs V) entsprechend macht die Patientenberatung über die individuelle Beratung hinaus Politik und Entscheidungsträger auf Fehlentwicklungen im Gesundheitswesen aufmerksam, unterbreitet Lösungsvorschläge aus Patientensicht und stärkt auf diese Weise die Patientenorientierung im Gesundheitswesen.

UPD – Die kostenlose Patientenauskunft für Deutschland im Serviceüberblick

Die telefonische Beratung der UPD steht über – aus allen Netzen, auch Mobilfunk – kostenlose Rufnummern auf Deutsch, Türkisch, Russisch und Arabisch zur Verfügung und ist wie folgt erreichbar: Beratung in deutscher Sprache, Rufnummer: 0800 011 77 22, Zeiten: montags bis freitags von 8.00 bis 22.00 Uhr und samstags von 8.00 bis 18.00 Uhr.

Fremdsprachige Angebote: Beratung Türkisch, Rufnummer: 0800 011 77 23, Zeiten: montags bis samstags von 8.00 bis 18.00 Uhr; Beratung Russisch, Rufnummer: 0800 011 77 24, Zeiten: montags bis samstags von 8.00 bis 18.00 Uhr; Beratung Arabisch, Rufnummer: 0800 332 212 25, Zeiten: dienstags 11.00 bis 13.00 Uhr und donnerstags 17.00 bis 19.00 Uhr.

Der Beratungs-Service vor Ort oder im UPD Beratungsmobil kann nach telefonischer Terminabstimmung genutzt werden, und zwar unter der kostenfreien Telefonnummer 0800 011 77 25 (Zeiten: Mo – Fr 8.00 bis 22.00 Uhr, Sa 8.00 bis 18.00 Uhr)..

Die Adressen der 30 Vor-Ort-Beratungsstellen sowie eine Übersicht über die 100 Städte, in denen das Beratungsmobil Halt macht, stehen unter www.patientenberatung.de.

Weitere Informationen, auch zu Online-Beratungsmöglichkeiten und der App, finden Ratsuchende unter www.patientenberatung.de, Facebook, Twitter oder Vimeo.


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