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Unabhängige Patientenberatung Deutschland folgen

Untersuchungen zur Früherkennung: Vor- und Nachteile abwägen

Pressemitteilung   •   Jan 11, 2019 13:28 CET

Bild: GettyImages/monkeybusinessimages

Um Krankheiten im Anfangsstadium entdecken zu können, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für ausgewählte Untersuchungen zur Früherkennung. „Welche davon individuell sinnvoll sind, sollte jeder Mensch gemeinsam mit seinem Arzt oder seiner Ärztin entscheiden. Denn unter Umständen können die Untersuchungen auch schaden“, sagt Dr. Johannes Schenkel, ärztlicher Leiter der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD).

Für bestimmte Personengruppen kann es empfehlenswert sein, an einer Untersuchung zur Früherkennung teilzunehmen. Dies ist beispielsweise dann der Fall, wenn die Person in einem Alter ist, in dem die Krankheit gehäuft auftritt. „Steht dann neben einem zuverlässigen Test auch eine wirksame Therapie zur Verfügung, mit der sich die Krankheit im Anfangsstadium besser behandeln lässt als im fortgeschrittenen Stadium, kann der Betroffene von einer frühen Diagnose profitieren“, sagt Dr. Schenkel.

Falsch positiv und negativ
Allerdings können nicht alle Untersuchungen zur Früherkennung eine absolut sichere Diagnose liefern. So besteht die Gefahr, dass ein Test einen falsch negativen Befund liefert. „In diesem Fall erkennt der Test nicht, dass eine Erkrankung vorliegt. Dies kann dazu führen, dass eine frühe Behandlung unterbleibt.“ Zudem kann sich der Patient oder die Patientin durch den falsch negativen Befund in falscher Sicherheit wiegen. „Er oder sie ignoriert dann eventuell Symptome, die ihn oder sie sonst zum Arzt oder zur Ärztin geführt hätten.“
Fällt ein Test falsch positiv aus, zeigt er eine Erkrankung an, obwohl der Patient oder die Patientin gesund ist. Dann sind weitere Untersuchungen nötig, um den Erstverdacht zu überprüfen. „Für die Betroffenen kann diese Prozedur sowie die Sorge um die eigene Gesundheit eine große psychische Belastung darstellen“, sagt Dr. Schenkel.

Gefahr der Überdiagnose
Einige Untersuchungen zur Früherkennung bergen die Gefahr einer Überdiagnose. Darunter versteht man die Diagnose einer Krankheit, die zwar ohne Untersuchung nicht entdeckt worden wäre – andererseits aber auch keine Beschwerden ausgelöst und die Lebenserwartung des Patienten nicht vermindert hätte. „Eine unnötige Behandlung sowie das Wissen um die Erkrankung kann dann die Lebensqualität stark einschränken.“
In vielen Fällen ist die Teilnahme an Früherkennungsuntersuchungen sinnvoll – dennoch sollte jeder Mensch zuvor die Vor- und Nachteile anhand neutraler Informationen individuell gegeneinander abwägen. Informationsangebote und Entscheidungshilfen finden sich beispielweise auf www.gesundheitsinformation.de. Bei Fragen zum Thema berät zudem die Unabhängige Patientenberatung Deutschland kostenfrei unter 0800 011 77 22.

Über die Unabhängige Patientenberatung Deutschland, UPD

Die UPD Patientenberatung Deutschland gGmbH (UPD) mit Sitz in Berlin ist eine gemeinnützige Einrichtung. Sie hilft Ratsuchenden, sich im deutschen Gesundheitssystem besser zurechtzufinden und Entscheidungen im Hinblick auf medizinische oder sozialrechtliche Gesundheitsfragenselbstbestimmt, eigenverantwortlich und auf informierter Grundlage zu treffen.

Gut erreichbar, bürgernah, qualifiziert: Das Beratungsangebot der UPD

Die unabhängige, neutrale, kostenfreie und evidenzbasierte Beratung der UPD ist für alle Menschen in Deutschland zugänglich – egal, ob sie gesetzlich, privat oder nicht krankenversichert sind. Ratsuchende können die Patientenberatung unkompliziert und auf vielen Wegen erreichen: per Telefon, Post, Mail, oder Onlineberatung, in den 30 festen Beratungsstellen und an weiteren 100 Standorten in Deutschland, die regelmäßig von einem der drei UPD-Mobile angesteuert werden.

Neben medizinischen Fachteams und Ärzten unterschiedlicher Fachrichtungen gehören auch Juristen und Sozialversicherungsfachangestellte zum UPD-Beraterteam.

Dem gesetzlichen Auftrag (§ 65b des Sozialgesetzbuchs V) entsprechend macht die Patientenberatung über die individuelle Beratung hinaus Politik und Entscheidungsträger auf Fehlentwicklungen im Gesundheitswesen aufmerksam, unterbreitet Lösungsvorschläge aus Patientensicht und stärkt auf diese Weise die Patientenorientierung im Gesundheitswesen.

UPD – Die kostenlose Patientenauskunft für Deutschland im Serviceüberblick

Die telefonische Beratung der UPD steht über – aus allen Netzen, auch Mobilfunk – kostenlose Rufnummern auf Deutsch, Türkisch, Russisch und Arabisch zur Verfügung und ist wie folgt erreichbar: Beratung in deutscher Sprache, Rufnummer: 0800 011 77 22, Zeiten: montags bis freitags von 8.00 bis 22.00 Uhr und samstags von 8.00 bis 18.00 Uhr.

Fremdsprachige Angebote: Beratung Türkisch, Rufnummer: 0800 011 77 23, Zeiten: montags bis samstags von 8.00 bis 18.00 Uhr; Beratung Russisch, Rufnummer: 0800 011 77 24, Zeiten: montags bis samstags von 8.00 bis 18.00 Uhr; Beratung Arabisch, Rufnummer: 0800 332 212 25, Zeiten: dienstags 11.00 bis 13.00 Uhr und donnerstags 17.00 bis 19.00 Uhr.

Der Beratungs-Service vor Ort oder im UPD Beratungsmobil kann nach telefonischer Terminabstimmung genutzt werden, und zwar unter der kostenfreien Telefonnummer 0800 011 77 25 (Zeiten: Mo – Fr 8.00 bis 22.00 Uhr, Sa 8.00 bis 18.00 Uhr)..

Die Adressen der 30 Vor-Ort-Beratungsstellen sowie eine Übersicht über die 100 Städte, in denen das Beratungsmobil Halt macht, stehen unter www.patientenberatung.de.

Weitere Informationen, auch zu Online-Beratungsmöglichkeiten und der App, finden Ratsuchende unter www.patientenberatung.de, Facebook, Twitter oder Vimeo.